HÄNDE2

 

 

ich komme gerade von draußen, aus der sonne. Mein gesicht ist noch ganz heiß, glaube ich.... ich kann es schwer berühren. Meine hand ist zu schwach.

 

Mein kopf ist so voll... genauso wie mein bauch... nein, nicht nur vom leckeren essen, was ich heute, dank fremden, mir aber doch sehr bekannten hände, kochen konnte, sondern voll von warmen gefühle. Ich habe angst darüber zu schreiben, weil ich angst habe, die sehnsucht und bedürfnisse werden so groß, dass ich zerfließen könnte.

Ich habe mich in der letzten zeit sehr viel mit „hände“ auseinander gesetzt. Sehnsuch wird wach. Sehnsucht mit meinen hände über deine haare zu streichen, sanft deine gesichtkonturen  mit den fingern nachzufahren. Die vergessenen cremereste einzumassieren. Kräftig dir den rücken bürsten...

 

Wenn wir das beide wollen, dann könnte ich es, vielleicht nicht genauso, wie ich es mir vorstelle.

 

Je mehr ich mich mit meinen gefühle beschäftige, je mehr kommt auch das bedürfnis, mich selbst zu berühren, nicht nur meine seele, sondern auch reell meinen körper! Es ist so schwer, zu wissen und dann auch zu fühlen, ich kann mit meinen händen mich nicht dort zu berühren, wo ich möchte... es ist schwer und manchmal mir unmöglich, zubitten an der oder der stelle „gekratzt“ zu werden, wo es gerade so höllisch juckt!

Es ist schwer, immer wieder ein „es geht nicht“ zu hören und zu spühren... von meinen händen, die sicherlich das durch führen würden, wo nach ich mich sooo sehne!!

„Ihr habt gefälligst das zu tun, was ich will, ihr wollt mich doch nur ärgern!“ sagt häufig mein kopf. Und schenkt keine beachtung mehr den händen. Auch wenn sie trocken und spröde sind. Die fingernägel werden erst dann geschnitten, wenn sie  a n d e r e  verletzen könnten!!

Der kopf hatte immer nur zu meckern. Nichts konnten ihm die hände gut genug machen.

Das merkte irgendwann der mund. Er sprang für links-herum ein. Links-herum war die schwächere und unbeweglichere von beiden.

Schon in der schule war es so. irgendwann sollten rechts-herum und links-herum bilder aus schneiden. Links-herum war es sehr unangenehm, sie konnte das bildchen nicht halten. Rechts-herum brauchte aber dringend unterstützung. Alleine war es absolut nicht möglich!

Da kam der mund und nahm die schere und rechts-herum führte das bild, so dass es gut, ja, sogar sehr gut, wie sie von allen zu hören bekam, ausgeschnitten wurde!

Der mund und rechts-herum freuten sich sehr und wurden bald ein „eingespieltes team“. Immer mehr konnten sie dem kopf zeigen, das sie nicht unnütz nur herum sitzten brauchen, nein, das sie sogar während des fernsehen noch häkeln oder stricken konnten(hierzu musste dann auch dringend links-herum mit helfen!), oder dass sie essen zubereiten konnten, oder wenn der kopf sooo viel schreiben wollte, dass rechts-herum keine kraft mehr hatte übernahm das schreiben der kopf.

Der mund brauchte auch große unterstützung von den zähnen und von den augen. Sie meuterten auch manchmal. Wir können nicht mehr, meinen die augen, wir sind müde, wir brauchen eine pause“ „bitte, noch nicht, einen kleinen moment noch, wir sind gleich fertig....“ doch der moment dauerte sooo lange, die augen fielen zu. Mitten beim stricken.... es ging nichts mehr!

Rechts-herum und der mund merkten allmählich, dass sie gut aufpassen mussten, denn beinahe hätten sie ärger mit dem kopf bekommen, weil sie sich an der stricknadel verschluckt hätten. Die augen waren zu müde gewesen.

Der kopf war sehr stolz auf rechts-herum, den mund, augen und die zähne. „siehst du, es geht doch“ sprach er mit geschwollener brust „man muss nur wollen.“

 

So vergingen viele jahre. Die zähne wurden immer kleiner, sie nutzten sich von der vielen arbeit immer mehr ab. Es kamen künstliche her. „vielleicht kann ich mich jetzt ein bisschen ausruhen“ fragte sich der mund....aber....nein es ging trotzdem weiter!

Der rücken konnte sich nicht mehr solange bücken, die augen fingen an zu schielen.... ein bänkchen konnte abhilfe schaffen. Zwar war mit dem häkeln/stricken/sticken vorbei,  doch das computer schreiben  wurde aktuell. Erst nur mit rechts-herum, doch das ging nicht lang. Ein mundstab musste her. Mein kopf ist noch so voll und ich hab für mich das schreiben entdeckt.

Jetzt kann das gefühl in meinem köper einziehen, jetzt kannich schreiben, bleiben solang ich will, bis ich das gefühl ertragen tragen kann, was mich bedroht was mich wegspülen will, aus der wirklichkeit

Ja, der stab kann kopf und gefühl vereinen. Er huscht über die tasten wie beide es wollen.

In den momenten vergesse ich, dass meine hände an meinem körper herunterhängen, in dem moment vergesse ich, meine sehnsucht, mich zuberühren zuwollen, überall, von kopf bis unter den fußsohlen, jede falte und mulden entdecken. Mich kratzen oder streicheln mich wollüstig in meine möse zuverkriechen bis der „siebte himmel“ sich für mich öffnet..

Vergesse ich es wirklich? Nein, natürlich nicht! Doch die sehnsucht hört für diese zeit auf.

Sie kann sich von mir erholen, genauso, wie ich von ihr.